Archive for November, 2006

Don’t get bitten

November 24, 2006

Flat SpiderWeetabix rulez.

(to be filled)

Good Mourning

November 12, 2006

Nach drei Stunden bin ich wieder wach. Es ist jetzt Sonntag.

Im Nebenzimmer hat mein Nachbar anscheinend die Handhabung des Escort-Service gelernt. Lautes Gekicher. Ok, Kissen (das ausgesuchte) übern Kopf und umdrehen. Der Tinnitus fiept, aber was soll’s. Nach ein paar Minuten weiß ich, warum das nicht klappt. Ich sitze in einer Räucherstube. Aber es ist doch ein Nichtraucherzimmer? Stinkt gewaltig. Mal nachsehen, woher das kommt. Richtig, vom vollbesetzten Nachbarzimmer. Durch die Ritzen der (abgeschlossenen, schade 🙂 ) Zwischentür. Irgendein Unterdruck in meinem Zimmer saugt Luft, na ja, das was davon neben Zigarettenqualm noch Luft ist, in mein Zimmer. Chancenlos.

Also Fenster auf. Bumm! Selbst nachts.

Besser, ich warte also im Bett (wach) ein Stündchen. Dann setzt der Flußgeräuschpegel ein. Macht nix, das Kissen ist ja sowieso überm Ohr. 6 Uhr. Der Zimmerservice verschafft sich beim Nachbarn eintritt und reduziert die Belegschaft auf die vorgesehene Anzahl. Ruh’ ist, zumindest von dort.

Bssss. Nee, nicht Tinnitus, sondern die Erkenntnis, dass Moskitos auch in den zehnten Stock hoch können. Hab ihn. Hat aber vorher schon gestochen. Angeblich ist Bangkok malariafrei. Bestimmt. Noch eine Mücke, diesmal erwische ich sie, bevor sie attackiert. Also Fenster zu und die Restabluft vom Nachbarn einsaugen.

Wann macht eigentlich die Frühstücksbar auf? Halb acht. Duschen und runter.

Please wait to be seated. Beim Frühstück sieht man’s selten. Aha, sie fragt, ob man draußen am Fluss frühstücken will. Super Idee. Halt, nein, Moskitos. Doch lieber drinnen. Morgen probiere ich es mal zu einer späteren Zeit aus, und dann aber draußen.

Ein Superfrühstück. Französischer Kaffeepott, four refills. Pling, wach. Die Hälfte des Frühstückbuffets kann ich identifizieren, die andere Hälfte hab’ ich probiert. Ok, bei der Zusammenstellung übe ich noch. Erstmal die Grobeinordnung in süß und pikant auf die Reihe kriegen. Schonmal Drachenauge mit Snapper probiert. Nee? Ist auch keine gute Idee. Jedes für sich ist aber lecker. Drachenauge ist eine Art Stratiatella-Frucht. Jetzt weiß ich’s. Als meine Magenkapazität bis an die Grenze ausgelastet ist (das dauert bei mir lange, und es zählt ja nicht als Frühstück, von meiner biologischen Uhr her und dem wenigen Schlaf eher als Abendvöllerei), schleppe ich mich in Richtung Zimmer. Der Aufzug hat’s ausgehalten.

Beschluss: Erst mal Zimmerservice abwarten, danach vielleicht kurz auf die Strasse und danach eine Mütze Schlaf. Und bis dahin? Tja, was mache ich totmüde? Genau, bloggen üben. Merkt man, gell 🙂

Moment, woher kommt eigentlich der Titel dieses Eintrags? Das war die Begrüßung beim Frühstück und bei jedem refill am Tisch (jedesmal jemand anderes). Irgendwie hörte es sich nicht nach “morning” an, sondern erst langgezogen und dann mit Abschlussklingeln. Vielleicht bedeutet’s ja etwas. Nee, auch gut. Meine drei Worte  Thai hören sich wahrscheinlich auch eher nach “Ich wärrde diese Schallplatte niecht kaufen, sie ist zärkratzt.” an. Danke, dass ihr alle Englisch sprecht.

One Night in Bangkok, Part 2

November 12, 2006

Ja, immer noch Samstag.

Zurück auf die Straße. Ein bisschen laufen tut gut. Inzwischen ist’s dunkel. Das ging schnell, als ob jemand den Schalter ausknipst. Es ist ja auch nahe am Äquator. Das Wasser dreht sich aber noch linksrum in den Abfluss. Hab extra geguckt. Gauss hat schließlich auch die Winkelsumme im Dreieck nachgemessen. Und kam dabei auf interessante Ideen, warum’s vielleicht doch nicht stimmt. In ein paar Tagen schaue ich in einer Badewanne auf der anderen Seite des Äquators mal nach.

Jede Menge Mampfstände finden sich hier. Angeblich soll man ja am besten essen, wo man über keine Schwelle muss. Die Fliegen machen mich aber skeptisch. Ich hole mir also ein 11880-Tuk-Tuk, das mich irgendwo abladen soll, wo ich es am nächsten Tag nicht bereue. Hat auch geklappt und war lecker. Leider identifiziert mich der Tuk-Tuk-Fahrer als Opfer und klebt an mir dran. Auch gut. Preis ausgemacht und ab ins Stadtzentrum. Grand Palace bei Nacht will ich. Ich lande vor einer Ping-Pong Bar. Da ich nicht ausgerechnet da an den nächsten Tuk-Tuk-Fahrer mit weitläufigem Provisionsnetz geraten will, drohe ich ihm Dekapitation an und schlagartig erinnert er sich, wo der Grand Palace ist. Ab dann klappt’s auch. Na ja, noch eine Thai-Massage hat er versucht. Sei ihm verziehen.

Dafür war er rasend schnell. Mit interessant kleinem Wendekreis. Wie meinte jemand in einem Reisebericht? Tuk-Tuks seien das letzte große Abenteuer Asiens? Ich hab am Vortag schon verstanden, dass markierte Straßenspuren nichts mit Fahrspuren zu tun haben. Heute lerne ich, warum auch die bei Bau der Straße geplante Fahrtrichtung, völlig egal, wieviel Spuren (markierte oder benutzte ist auch egal) da sind, unerheblich zu sein scheint. Ein U-Turn auf einer in einer Richtung vierspurigen Straße bei Beibehaltung der Spur und Weiterfahrt ist wirklich interessant. Beim zweiten und dritten Mal habe ich micht nichtmal mehr gewundert. Seltsamerweise fühlt man sich in einem Tuk-Tuk völlig sicher. Man betrachtet einfach das Geschehen um einen herum, als ob man nicht dazu gehört. Toll. Zaphod’s Brille ist ein Dreck dagegen, beim hiesigen Verfahren kann man nämlich noch was sehen.

Ach ja, Zweitakter stinken. Natürlich. Viele Zweitakter stinken viel. Dazu kommen viele Autos und LKWs. Atmen ist Glückssache, der Smog akzeptierter Alltag.

Irgendwann in der Nacht komme ich dann wieder im Royal Orchid an. Ab in die Falle.

One Night in Bangkok, Part 1

November 12, 2006

Immer noch Samstag. Drei Stunden später.
Sonne. Geräusche vom geschäftigen Treiben auf dem Fluss. Mal gucken. Vorhang hochziehen. Fenster auf. Bumm! Fenster zu. Gucken. Toll hier.

Duschen. Im Hotelkiosk eine lonely planet map von Bangkok erstehen. Dann zum Frontdesk und sich die Hoteladresse in Thai-Script geben lassen, damit man wieder zurückkommen kann. Ziel auf der Karte aussuchen, ab auf die Straße und los. Hunger. Stimmt, ist ja schon 12 Stunden her. Aber ist ist ja alles voll mit Futter. Kein Problem.

Ich komme knappe 200m weit, werde von einem netten Thai als Farang-Anfänger identifiziert und angehalten. Er sei Student in Europa gewesen. Aha. Ich kriege eine Kurzeinweisung “Bangkok für dummies”. Hat mir wirklich geholfen. Er fragt, was ich denn in Bangkok eigentlich will. “Gucken”. Nee, gucken kann man woanders, an der Küste. Hier geht man shopping. “Wonach denn?” “Na, Maßanzüge, Juwelen oder das, woran man bei Bangkok als erstes denkt. Was soll’s denn sein, Anzug oder Edelstein?” Ich erkenne, dass ich anscheinend nicht in Kategorie drei einsortiert werde. Tröstlich. Andererseits, sehe ich sooo alt aus oder noch zu jung? (In Thailand gibt es Einreisevisa extra für Rentner. Gegen Rentenbescheinigung bei der Botschaft in Berlin.) Ob ich heute schon in eine Bangkoker Zeitung geguckt hätte? “Nee.” Also, das Jeweler Trade Center hat 20jähriges Jubiläum. Deshalb dürfen für drei Tage ausnahmsweise Nicht-Juweliere dort rein. Heute ist der letzte Tag. “You’re lucky.”, meint er. Ja, klingt gut. “Überleg’. Hmm, er hat wohl nichts mit dem Trade Center zu tun. Dafür ist’s zu weit entfernt. Ich seh’s ja an der Größe: bis 10 m2 (Davon gibt’s massenhaft Lädchen, erinnern mich sehr an Idar-Oberstein.) ist’s verdächtig, bei Trump-Tower geht’s wohl in Ordnung. Er meint, dass dort eine Regierungsbehörde die Geschäfte und vor allem die Steinqualität überwacht. Das hätte was mit Exportsteuern auf Steine aus inländischen Minen zu tun. Ich könne da absolut nichts falsch machen. (Douglas, wie war das mit “foolproof” noch gleich?) Ich solle mich auf Rubine und Saphire konzentrieren.
Er ruft mir ein Tuk-Tuk und erklärt dem Fahrer, wo ich hin soll. Dann handelt er mit ihm auch noch den Preis aus. “Live long and prosper” oder so meint er und ist weg. Nett, dieser Mensch, ich bin von den Socken. Ab ins Tuk-Tuk und zum Jeweler Trade Center.
Dort werde ich von Security beäugt und als eindeutiger Farang (also “mostly harmless”) ins Gebäude gelassen. Hier ist’s wie in der Edelsteinbörse Idar-Oberstein, nur mit Ausstellungsvitrinen. Na ja, eher Handelsschalter. Massenweise Schmuck. Ok, gucken. Wunderschöne Stücke dabei. Eine Chinesin fängt micht schließlich ab. Als sie mit mir durch ist, bin ich ärmer und glücklich. Nebenbei ist Weihnachten auch schon mal gesichert. Beim ersten Stück, für das ich mich entscheide, fummele ich noch meine Kreditkarte aus dem Brustbeutel. D.h., ich fummele erstmal den Beutel aus dem Hemd heraus, dabei verheddere ich mich in dem gerade erst gekürzten Lederriemen, dann hängt der Beutel quer, ich fummele mit dem Hemdknopf, ich fummele den Kreditkartenschoner heraus, dann hab’ ich die Karte. Ja, ich weiß. Irgendwann werde ich diese Gewohnheit ablegen. Irgendwann.
So, brav linke Hand an rechten Ellenbogen und rüber mit der Karte.
Oh, da ist ja noch was Schönes. Brustbeutel raus, … Karte rüber. Diesmal stecke ich sie aber in die Hemdtasche zurück. Ich bin ja lernfähig. Caching.
Tatsächlich, unwiderstehlich, dieses Stück. Karte… Diesmal kommt ihre Kollegin zurück und meint betrübt, dass mich meine Karte verlassen hätte. Moment, hab ich mich mit den Nullen bei den Bahts vertan? Schreck. Nee, mit den Nullen ist alles in Ordnung. Ein Limit in der Größenordnung eines Mini-Weihnachtseinkaufs… auf meiner Standardkarte, also Hauptkonto der Hauptbank? Nun ja, peinlich ist’s ja, aber als Paranoiker hab’ ich noch eine von der Fraspa dabei. Die tut’s dann wieder. Am Montag gibt’s Haue für meine Hausbank. Ich wusste doch, warum ich den VoIP-Client auf meinem Mac vor Abreise installiert hatte.
Tja, denk ich, was mach ich als nächstes? Am besten ist’s wohl, wenn ich die Stücke erst mal in den Hotelsafe bringe. Dabei kommt mir der Gedanke, dass ich ja mindestens den nächsten Monat auf Tour bin, vielleicht mit Schlafsack im Outback. Da sind Schmuckstücke natürlich geeenauu das Richtige. Depp. Egal. Oder vielleicht erst noch ein bisschen Bummeln, bevor’s zurückgeht? Da reisst mich die freundliche Chinesin aus meinen Gedanken und meint, sie hätte alles für meinen Transport vorbereitet. Vorbereitet?
Ja, sie hat der Security Bescheid gesagt. Die bringen mich die paar km entweder selber zum Hotel oder rufen einen ihnen bekannten Taxifahrer mit irgend so einer Lizenz. Da müsse sein. Dazu käme, dass ausgerechnet heute hier eine Art Feiertag wäre, bei dem fast die ganze Polizei frei hätte (aha?), zwielichtige Gestalten das ausnützten und wegen des Jubiläums sich die Nichtprofis vor dem Gebäude als Opfer ausgekuckt hätten. Also zuerst zurück zum Hotel.

Beute einlagern. Grummel. Wasn dat? Stimmt, immer noch Hunger. Also wieder raus. (to be continued in part 2, oder, warum ein leerer Magen bei bestimmten hochmotivierten Tuk-Tuks ein Vorteil ist…)

Luftwände und Kissen

November 12, 2006

Es ist Samstag, der 11.11.2006. Helau.

Morgens um halb sieben stehe ich nun also auf dem Flughafen Bangkok. Nicht geschlafen, aber kein bisschen müde. Dafür habe ich von meiner Sitznachbarin die Adresse für ein China-Restaurant in Nizza und einige Brocken Kambodschanisch. Warum “Tee” und “Nein” in Thai und Cambodian zu Verwechslungen führen und so. Fein.
Erst zum Einwanderungsschalter. Komisch, keine Fingerabdrücke, kein Irisscan, keine Urinprobe. Ach so, stimmt, nicht USA. Ab zum Gepäckholen. Einsam hier, eben waren es noch mehr Leute. Wie? Ja, ich komme nicht aus Rom. Doch müde? Koffer einsammeln, Geld tauschen. Nächste Hürde: Taxi. “Wanna Taxi?”, “No, thank you.”, “Sure?”, “Yes.” “Sure?”, “Yes.”, “Only xxx Baht.”, “Meter?”, (schlagartiges Verschwinden des Gegenübers) ( (repeat from 1 to 20). “Wanna Taxi?”, “Meter.”
Was lerne ich? “Nein” heißt auf Thai “Meter.”
Also raus dem Gebäude. Bumm! Luft kann Wände haben. 33 Grad. Das war’s aber nicht. Es war die Luftfeuchtigkeit. Langsam mit Schwimmbewegungen in Richtung Straße vortasten. Seltsam. Hier muss doch irgendwo der Taxistand mit dem Übersetzungsservice nach Thai-Skript (für den Hotelnamen) sein. Aha, falsches Stockwerk. Rein ins Gebäude. (Winter?) Runter. Raus. Bumm! Schwimm. Taxistand.

Zum Hotel. Wir haben jetzt acht Uhr. Check-in geht ab 15:00. Mal sehen. Die nette Dame am Front Desk schnappt sich meine Daten und schickt mich in die Warteschleife in die Bar. Cocktail. Morgens um halb neun. Noch einer. Der Flüssigkeitsverlust muss ja ausgeglichen werden. Dabei isses ja egal, ob man draußen Hochtemperaturschwimmen übt oder innen von der Radikalklimaanlage ausgesaugt wird.
Ja, es klappt schon jetzt mit dem Check-in. Prima. Also kop-kun-maa und ab aufs Zimmer. Room with a view.image.jpg Tolle Aussicht auf den River of Kings, sogar vom Bett aus. Bett? Eher das “Dänische Kissenlager”. Fünf verschiedene sind darauf drapiert. Daneben ein Zettel. Sieht aus wie die Minibarliste. Ist aber die Kissenauswahl. Aha, die Kissenorgie auf dem Bett ist nur eine Vorabauswahl. Welcher Vogel soll’s denn sein? Welcher Füllgrad, welche Größe? Ich entscheide mich für goose-feather, down 50, non-allergic, no rubber, micro-fiber.
Jetzt ein Bad. Natürlich hab ich bei 20kg allowance mein Badmittelchen nicht mit. Was steht denn da so rum? Oha. Wie bei den Kissen. Les’… studier’… Lavendel nehm ich. Allmählich werden mir drei Dinge klar: Warum das Hotel für Bangkok-Verhältnisse richtig teuer ist, warum mein Travel-Agent (= Lieblingswirt, unser Dorf ist halt klein) es mir angeboten hat und warum es sich auch lohnt. Übrigens ist’s das Royal Orchid Sheraton. Liegt in der Nähe des Oriental (zu viel Schlips). Leider ab vom Schuss. Aber dafür gibt’s ja Tuk-Tuks. Dazu später… Erst mal drei Stunden schlafen.

Hello world!

November 4, 2006

Here we go…