Good Mourning

Nach drei Stunden bin ich wieder wach. Es ist jetzt Sonntag.

Im Nebenzimmer hat mein Nachbar anscheinend die Handhabung des Escort-Service gelernt. Lautes Gekicher. Ok, Kissen (das ausgesuchte) übern Kopf und umdrehen. Der Tinnitus fiept, aber was soll’s. Nach ein paar Minuten weiß ich, warum das nicht klappt. Ich sitze in einer Räucherstube. Aber es ist doch ein Nichtraucherzimmer? Stinkt gewaltig. Mal nachsehen, woher das kommt. Richtig, vom vollbesetzten Nachbarzimmer. Durch die Ritzen der (abgeschlossenen, schade 🙂 ) Zwischentür. Irgendein Unterdruck in meinem Zimmer saugt Luft, na ja, das was davon neben Zigarettenqualm noch Luft ist, in mein Zimmer. Chancenlos.

Also Fenster auf. Bumm! Selbst nachts.

Besser, ich warte also im Bett (wach) ein Stündchen. Dann setzt der Flußgeräuschpegel ein. Macht nix, das Kissen ist ja sowieso überm Ohr. 6 Uhr. Der Zimmerservice verschafft sich beim Nachbarn eintritt und reduziert die Belegschaft auf die vorgesehene Anzahl. Ruh’ ist, zumindest von dort.

Bssss. Nee, nicht Tinnitus, sondern die Erkenntnis, dass Moskitos auch in den zehnten Stock hoch können. Hab ihn. Hat aber vorher schon gestochen. Angeblich ist Bangkok malariafrei. Bestimmt. Noch eine Mücke, diesmal erwische ich sie, bevor sie attackiert. Also Fenster zu und die Restabluft vom Nachbarn einsaugen.

Wann macht eigentlich die Frühstücksbar auf? Halb acht. Duschen und runter.

Please wait to be seated. Beim Frühstück sieht man’s selten. Aha, sie fragt, ob man draußen am Fluss frühstücken will. Super Idee. Halt, nein, Moskitos. Doch lieber drinnen. Morgen probiere ich es mal zu einer späteren Zeit aus, und dann aber draußen.

Ein Superfrühstück. Französischer Kaffeepott, four refills. Pling, wach. Die Hälfte des Frühstückbuffets kann ich identifizieren, die andere Hälfte hab’ ich probiert. Ok, bei der Zusammenstellung übe ich noch. Erstmal die Grobeinordnung in süß und pikant auf die Reihe kriegen. Schonmal Drachenauge mit Snapper probiert. Nee? Ist auch keine gute Idee. Jedes für sich ist aber lecker. Drachenauge ist eine Art Stratiatella-Frucht. Jetzt weiß ich’s. Als meine Magenkapazität bis an die Grenze ausgelastet ist (das dauert bei mir lange, und es zählt ja nicht als Frühstück, von meiner biologischen Uhr her und dem wenigen Schlaf eher als Abendvöllerei), schleppe ich mich in Richtung Zimmer. Der Aufzug hat’s ausgehalten.

Beschluss: Erst mal Zimmerservice abwarten, danach vielleicht kurz auf die Strasse und danach eine Mütze Schlaf. Und bis dahin? Tja, was mache ich totmüde? Genau, bloggen üben. Merkt man, gell 🙂

Moment, woher kommt eigentlich der Titel dieses Eintrags? Das war die Begrüßung beim Frühstück und bei jedem refill am Tisch (jedesmal jemand anderes). Irgendwie hörte es sich nicht nach “morning” an, sondern erst langgezogen und dann mit Abschlussklingeln. Vielleicht bedeutet’s ja etwas. Nee, auch gut. Meine drei Worte  Thai hören sich wahrscheinlich auch eher nach “Ich wärrde diese Schallplatte niecht kaufen, sie ist zärkratzt.” an. Danke, dass ihr alle Englisch sprecht.

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